Emissionsausgleich

Was gehört alles dazu und worauf muss man als Unternehmen achten?

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, ihre CO₂-Emissionen durch Investitionen in Projekte wie Wiederaufforstung oder erneuerbare Energien zu kompensieren. Aber was genau bedeutet Kompensation? Und in welchem Verhältnis steht sie zu einer echten Emissionsreduktion? In diesem Artikel erklären wir, warum Transparenz so wichtig ist, warum Kompensation nicht dasselbe ist wie Reduzierung und wie man sorgfältig und verantwortungsbewusst mit CO₂-Kompensation umgeht. So erhalten Sie einen besseren Einblick darin, was kompensierte Emissionen genau sind und worauf Sie als Organisation achten müssen.

Foto von Paraskevi Koumadoraki

Paraskevi Koumadoraki

Autor

Was genau sind kompensierte Emissionen?

Kompensierte Emissionen, auch als kompensierte Ausstoßmengen bezeichnet, beziehen sich
auf Treibhausgase, die von einem Unternehmen oder Produkt ausgestoßen werden, später jedoch
durch den Kauf von CO₂-Kompensationszertifikaten oder
durch Investitionen in Kompensationsprojekte wie Wiederaufforstung oder erneuerbare Energien „neutralisiert“ werden.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Emissionen nach wie vor stattfinden und
zum Klimawandel beitragen. Auch wenn Kompensation helfen kann, ist sie nicht
dasselbe wie die Reduzierung der Emissionen an der Quelle. Kompensation ist eine
eigenständige Maßnahme und muss gemäß dem Greenhouse Gas Protocol (GHGP) und
den ISO-Normen separat ausgewiesen werden, um Transparenz und
Rechenschaftspflicht zu gewährleisten.

Warum eine separate Berichterstattung so wichtig ist.

Transparenz und Rechenschaftspflicht spielen für Interessengruppen wie Verbraucher, Investoren und Aufsichtsbehörden eine immer größere Rolle. Sie benötigen klare Informationen über die Höhe der Emissionen, den Umfang der Reduzierung und die Menge, die gegebenenfalls kompensiert wird. So wird verhindert, dass Unternehmen ihre Emissionen vor allem kompensieren, ohne tatsächliche Reduzierungen vorzunehmen – ein Risiko, das zu Greenwashing führen kann. Daher ist es wichtig, dass sich Unternehmen zunächst auf eine tatsächliche Emissionsreduktion konzentrieren und die Kompensation erst als letztes Mittel einsetzen.

Wichtige Punkte, die du beachten solltest, wenn du etwas im Bereich der Emissionskompensation unternehmen möchtest:
Transparenz und Rechenschaftspflicht: Du musst einen klaren Überblick darüber haben, wie viel Emissionen entstehen, reduziert und kompensiert werden.

Vermeidung von Greenwashing:Man darf nicht nur Kompensationen vornehmen, ohne echte Reduzierungen umzusetzen.

Echte Reduzierungen priorisieren: Zuerst auf die Reduzierung konzentrieren, erst danach kompensieren.

Anpassung an internationale Standards:Du musst globale Rahmenbedingungen und Richtlinien wie das Greenhouse Gas Protocol, CDP, SBTi und die europäische CSRD einhalten.

Internationale Standards wie das Greenhouse Gas Protocol, CDP und die Science Based Targets Initiative (SBTi) betonen die Bedeutung einer strikten Trennung zwischen direkten Emissionen (Scope 1), indirekten Emissionen (Scopes 2 und 3) und Kompensationsmaßnahmen. Auch innerhalb Europas wird dieser Ansatz verfolgt: Die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) stellt klare Anforderungen an eine transparente Berichterstattung über CO₂-Emissionen. Die kürzlich verabschiedete Green Claims Directive (EU 2024/825) geht sogar noch einen Schritt weiter und schreibt vor, dass jede Art von CO₂-Kompensation explizit und transparent angegeben werden muss.

Diese Vorschriften sind Teil umfassenderer Bemühungen, die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit von Umweltangaben im Marketing zu verbessern. Werbung, die auf CO₂-Kompensation basiert, wird dadurch strenger reguliert. So dürfen Unternehmen ihre Produkte nicht mehr als „klimaneutral“ bezeichnen, wenn diese Behauptung ausschließlich auf Kompensation und nicht auf tatsächlichen Emissionsminderungen beruht.

Produktkompensation in ClimateCalc

Wenn Sie als Unternehmen ClimateCalc nutzen, um den CO₂-Fußabdruck von Druckerzeugnissen zu berechnen
, haben Sie auch die Möglichkeit, eine Bestellung als kompensiert zu kennzeichnen
. ClimateCalc bietet ein spezielles Label für Produkte an, die sowohl bewertet
als auch kompensiert wurden.

Im Produktberechnungsmodul müssen zunächst die Gesamtemissionen eines Auftrags
berechnet werden, bevor eine Kompensation vorgenommen wird. Erst danach kann dein Unternehmen als
Informationen für ein Kompensationszertifikat (z. B. Nachweis über CO₂-
-Kompensationsgutschriften) einreichen, das direkt mit dem jeweiligen Produkt und der
entsprechenden Menge an CO₂-Äquivalent-Emissionen verknüpft ist.

Dieser Prozess gewährleistet Transparenz und folgt dem Grundsatz: Messung und Reduzierung der Emissionen
vor der Kompensation.

*Wichtiger HINWEIS: Wenn du ein Substrat verwendest, das bereits von einer anderen Partei
kompensiert wurde, bist du dennoch verpflichtet, die verbleibenden Emissionen von deiner Seite
(wie Produktionsprozesse, Transport usw.) zu kompensieren. Dazu musst du als Unternehmen
auch dein eigenes Kompensationszertifikat hochladen.

Wenn man als Unternehmen CO₂-Ausgleich leisten will, wie geht man dabei am besten vor?

Kunden, Verbraucher und Auftraggeber hinterfragen immer häufiger, wie Unternehmen mit CO₂-Kompensation umgehen. Als Unternehmen möchten Sie daher nicht nur intern die richtigen Entscheidungen treffen, sondern auch auf die Fragen Ihrer Kunden zu diesem Thema vorbereitet sein. Um Ihnen auch in praktischer Hinsicht zu helfen, haben wir hier vier Punkte zusammengestellt, die Sie bei der Gestaltung Ihrer Kompensationspolitik beachten sollten:

  1. Transparenz darüber, was und wie du kompensierst
    Stelle sicher, dass du genau nachweisen kannst, was du kompensierst (welche Emissionen, in welcher Menge und aus welchen Projekten) und nach welcher Methode. Kunden erwarten eine klare Dokumentation und Einblick in die zugrunde liegenden Projekte. Wichtig ist auch, Transparenz über den Umfang deiner Berechnung zu schaffen: Handelt es sich um direkte Emissionen (Scope 1), indirekte Emissionen aus dem Energieverbrauch (Scope 2) oder um umfassendere Emissionen in der Lieferkette (Scope 3)? Je klarer du darlegst, was berücksichtigt wurde und was nicht, desto glaubwürdiger bist du.

  2. Erst reduzieren, dann kompensieren
    Verbraucher und Auftraggeber schätzen Unternehmen, die ihre eigenen Emissionen aktiv reduzieren. Zeigen Sie auf, welche konkreten Reduktionsmaßnahmen Sie bereits ergreifen; denken Sie dabei an Energieeinsparungen, effizientere Produktion, nachhaltigere Materialien und logistische Optimierung. Die Kompensation sollte immer der letzte Schritt Ihrer Bemühungen sein, nicht der Ausgangspunkt.

  3. Entscheiden Sie sich für eine unabhängige Zertifizierung
    Arbeiten Sie mit Projekten, die nach anerkannten, unabhängigen Standards zertifiziert sind. Zuverlässige Kompensationsprojekte verfügen über detaillierte Informationen, sind nachweislich „additional“ (ohne den Beitrag wäre das Projekt nicht realisiert worden) und werden streng kontrolliert. Dies erhöht die Glaubwürdigkeit Ihres Anspruchs.

  4. Ehrliche Kommunikation über Klimabehauptungen
    Vermeiden Sie leere Versprechungen wie „klimaneutral“, wenn die einzige Maßnahme darin besteht, Emissionen zu kompensieren. Oft bedeutet „klimaneutral“, dass die Emissionen zwar entstehen, aber kompensiert werden. Formulieren Sie Ihre Aussagen klar und belegen Sie diese fundiert. Ehrliche Kommunikation wird von Kunden, Auftraggebern und Aufsichtsbehörden gleichermaßen geschätzt.

Möchtest du, dass wir dich bei deiner Nachhaltigkeitsstrategie unterstützen?

Ob es nun um CO₂-Reduzierung, Kompensation oder die vollständige Erfassung deiner Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen geht – manchmal kann es schwierig sein, sich einen klaren Überblick über das Gesamtbild zu verschaffen. Wir helfen Ihnen gerne dabei, Ihre Nachhaltigkeitspolitik konkret und umsetzbar zu gestalten, damit Sie nicht nur gesetzliche Vorschriften erfüllen, sondern auch echte Schritte in Richtung eines nachhaltigeren Geschäftsprozesses unternehmen. Geben Sie unten Ihre Daten ein, dann setzen wir uns unverbindlich mit Ihnen in Verbindung, um gemeinsam zu prüfen, wo wir Sie unterstützen können.

Möchten Sie weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit für Ihr Unternehmen erhalten?

Bitte gib mir weitere Informationen.

Füllen Sie Ihre Daten aus, und wir werden Sie so schnell wie möglich kontaktieren.